Chiptuning


Das Chiptuning bezeichnet in der Regel das Ändern der werksseitig festgelegten Parameter der elektonischen Motorsteuerung, und eine somit verbundene Leistungssteigerung eines Motors.

Konzept

Die Steuerparameter der elektronischen Motorsteuerung sind im Normalfall als Datensatz auf einem wiederbeschreibbaren Speicherchip gespeichert. Es handelt sich hierbei im allgemeinen um ein mehrdimensionales Kennfeld.

Im Zuge des Chiptunings werden alle benötigten Daten, welche für die Steuerung und Regelung des Motors verantwortlich sind, auf eine modifizierte Weise miteinander verknüpft. Dazu zählen zum Beispiel Ladedruck des Turboladers, angesaugte Luftmasse pro Zeiteinheit, Temperaturzustand von Motor und Umgebung und alle anderen Steuerungs- und Regelungsmechanismen eines modernen Motors.

Aus diesen Daten und möglicherweise weiteren, gespeicherten Informationen werden dann die Ausgabeparameter berechnet, das sind in erster Linie der Einspritzzeitpunkt, die Einspritzmenge und der Zündzeitpunkt für jeden einzelnen Zylinder. Grundsätzlich kann jeder Motor mit elektonischer Motorsteuerung durch Chiptuning optimiert werden, wobei die Wirkung bzw. der Leistungszuwachs bei Viertakt Dieselmotoren mit Abgasturbolader am größten ist. Einige Tuner erreichen durch das Chiptuninig Leistungssteigerungen von bis zu 45%. Bei dieser Art des Tunings werden keine baulichen Änderungen am Motor vorgenommen, die Optimierung basiert lediglich auf der Ausreizung der mechanischen bzw. thermischen Reserven, über welche jeder Serienmotor verfügt. Seriöse Tuningexperten geben bis zu einem bestimmten km-Stand (meist 100.000km) oder Fahrzeugalter (max. 3 Jahre) eine Garantie auf Schäden an Motor und Getriebe, welche zweifelsfrei auf das Chiptuning zurückzuführen sind. Dieses eindeutig nachzuweisen ist in der Regel jedoch sehr schwer.

Das Eco-Tuning dient dazu, eine Verbrauchsminimierung zu erreichen. Dabei wird die Tatsache ausgenutzt, dass die Mehrheit der Fahrzeugbesitzer nicht das Sparpotential ihres Wagens ausnutzen. So wird bei gleichmäßiger Fahrt die Einspritzmenge solange verringert, bis ein leichter, für den Fahrer nicht spürbarer, Geschwindigkeitabfall eintritt. Erst an diesem Punkt ist der minimalste Verbrauch für diese Fahrsituation erreicht. Dabei handelt es sich um Nox-be-Trade-off. Der niedrige spezifische Kraftstoffverbrauch (be), wird durch eine bewusste Hinnahme vermehrter Stickoxidemissionen Nox, die deutlich außerhalb der zulässigen Grenzwerte liegen können, erkauft.

Beim mobilen Chiptuning werden die Fahrzeugdaten vor Ort beim Fahzeughalter und nicht in einer Fach-Werkstatt aus- bzw. wieder eingelesen.

Lebenserwartung des Motors

Die Haltbarkeit bzw. die Lebensdauer von Motor und Antrieb werden durch eine professionelle Anpassung der Motorsteuerung kaum bis überhaupt nicht beeinflusst. Dabei wird jedoch vorrausgesetzt, dass die Mehrleistung nur in geringem Maße genutzt wird. Eine höhere Belastung führt natürlich auch zu einem größeren Verschleiß.

Am besten geeignet für merkliche Leistungssteigerungen sind aufgeladene Turbo-diesel Motoren. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass Die Grenzen der Leistung nicht wie beim Ottomotor gasdynamischer (Klopfen), sondern vor allem mechanischem Ursprungs sind. Anders ausgedrückt, kann beinahe bei jedem Turbodieselmotor die Leistung deutlich erhöht werden, was jedoch die Lebensdauer beeinflussen kann. Desweiteren sind die Hersteller dazu übergegangen, mehrere Motoren auf einer Basis zu fertigen, wobei die leistungsstärkeren Motoren mit Bauteilen höherer Festigkeit (andere Werkstoffe), aber geometrischer Gleichheit verbaut werden. Trotz gleicher Abmessungen sind also die Motoren unterschiedlich. Die Argumentation, dass der gleiche Motor mit höherer Serienleistung verfügbar ist, lässt nicht den Schluss zu, dass diese beiden Motoren identisch sind.

Zum Beispiel unterscheiden sich die 110 kW (150 PS)Variante des VW 1,9 TDI Motors und die 85 kW (115 PS) Variante durch andere Pleuel, eine unterschiedliche Kurbelwelle, einem Kolben mit höheren Feuerstegen, einer gekühlten Abgasrückführung und einem leistungsfähigeren Turbolader.

Langzeitbeobachtungen belegen ein vermehrtes Auftreten von Schäden am Turbolader.

Die Software eines 'seriösen Tuners' ändert die Kennfelder nur geringfügig, sodass Grenzwerte nicht überschritten werden. Diese Tuningfirmen verfügen in der Regel über einen Leistungsprüfstand, mit dessen Hilfe die Tuningsoftware auf das jeweilige Fahrzeug abgestimmt werden kann.

Gewährleistungen beim Chiptuning umfassen in der Regel nur das Chiptuning selbst. Auf Motor oder Getriebe, welches vom Serienhersteller verkauft wurde gibt es kaum Garantien. Die freiwillig angebotenen Garantien variieren von Anbieter zu Anbieter und führen zu einem höheren Preis.

Aspekte, die dagegen sprechen

Der vom Tuner versprochene Leistungszuwachs wird selten erreicht. Oft kommt es zu einem Zuwachs des Kraftstoffverbrauches. Der spezifische Verbrauch liegt vor allem unter Volllast meist höher. Es ist auch möglich, die im Fahrzeug mithilfe des Bordcomputers angezeigten Verbrauchswerte zu manipulieren, um so dem Fahrer eine höhere Kraftstoffeffizienz durch das Chiptuning vorzutäuschen.

Der Rußpartikelausstoß kann, besonders bei Turbodieseln bei Nutzung der zusätzlich gewonnenen Leistung extrem ansteigen. Es kann aufgrund höherer Abgastemperaturen zu Schäden an Rüßpartikelfilter und Turbolader kommen. Desweiteren wird der Motor durch höhere Spitzendrücke stärker belastet, was die Lebensdauer verkürzt. Das Motordrehmoment von Turbodieselmotoren wird oft vom maximal zulässigen Eingangsdrehmoment des Getriebes begrenzt, weshalb die Serienmotoren gedrosselt werden.

Es kann zu Schäden an Kupplung, Getriebe und Antriebsstrang kommen. Ein höherer Verschleiß der Einspritzdüsen ist möglich. Durch die gesteigerte Abgastemperatur kommt es zu einer irreversiblen thermischen Alterung des Katalysators und des Partikelfilters, die dadurch ihr Konvertierungsvermögen verlieren und somit, selbst nach Entfernung des Chiptunings, defekt sind.

Wichtig ist es, die rechtliche Situation bei Nutzung von chipgetunten Fahrzeugen zu beachten. TÜV bzw. DEKRA Abnahme und die Eintragung der Leistungsteigerung in die Kfz-Zulassungpapiere sind im öffentlichen Straßenverkehr notwendig, da ansonsten ein Verlust der Versicherungsleistungen droht. Grundsätzlich sind die Effizienz, die Umweltverträglichkeit und die Lebensdauer eines Serienfahrzeuges optimal abgestimmt und sollten nicht verändert werden. Man sollte schon beim Kauf eines Fahrzeuges die Motorvariante wählen, die am meisten den eigenen Vorstellungen entspricht, um einen Gesetzeskonflikt zu vermeiden.


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