Motortuning

Als Motortuning werden Maßnahmen bezeichnet, welche die Leistung eines Motors steigern. Diese umfassen nicht nur das Chiptuning (Veränderung Motor-Kennfeldsteuerung) sondern weitaus mehr bis hin zu einer kompletten Überarbeitung des Motors. Es gibt beispielsweise die Lachgaseinspritzung oder die motorschonendere Wassereinspritzung, welche besonders für Autos mit Turbolader oder Lade-Kompressor geeignet ist. Sie kann auch zusätzlich zu einem bereits bestehenden tuning bzw. Chiptuning genutzt werden werden.

getunter VW Polo VR6

Leistungssteigerungen von mehr als 5 % sind vom Tüv einzutragen und erfordern oft zusätzliche Umbauten. Dies ist notwendig, um die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden. Beispiele für Umbaumaßnahmen sind stärkere Bremsanlagen oder Fahrwerkmodifikationen.

Häufig wird eine Motoraufladung zur Gewinnung eines Leistungszuwachses eingesetzt. Diese Varianten sind je nach gewünschtem Ergebnis recht teuer (zwischen 4.000 und 10.000 Euro), da anschließend oft weitere Umbauten, beispielsweise an der Antriebstechnik notwendig sein können. Jedoch stellen diese Möglichkeiten in den meisten Fällen die einzig effektiven Lösungen dar, eine deutliche Leistungssteigerung des Motors zu erreichen, ohne wesentlich die Motor-Lebensdauer zu verringern.

Auch sehr häufig werden komplett andere Motoren verbaut, die von Haus aus schon eine höhere Leistung haben. Diese stammen teilweise sogar aus anderen Fahrzeug Modellen.

In der Tuningszene gilt für die Kosten des Motortunings als Faustformel für fachgerecht durchgeführte Tuningmaßnahmen: ca. 100 bis 150 € pro 1 kW messbarem Leistungszuwachs.

Vor allem bei Dieselfahrzeugen ist das Chiptuning sehr wirkungsvoll. Bedingt durch die Bauart moderner Dieselmotoren, eignen sich diese besonders gut für elektronische Tuningaktionen. Hierbei ist darauf zu achten, das der Motor auch für die Mehrleistung ausgelegt ist. Besonderes Augenmerk gilt dem Kühlsystem und der Warmfestigkeit der Werkstoffe. Leistungsreduzierte Modelle einer Baureihe, die den gleichen Basismotor haben wie eine besser motorisierte Variante, haben häufig kleinere Kühlsysteme und es wird z. B. auf einen Ölkühler verzichtet. Eine Wassereinspritzung kann sich positiv auf das thermische Verhalten auswirken und so die Ladeluft-, Brennraum- und die Abgastemperaturen signifikant senken.

getunter Trabbi

Das klassische Motortuning für Viertakt Saugmotoren (Otto) beinhaltet u. a. folgendes: die Veränderung der Gemischaufbereitung durch Renneinspritzung oder Mehrfachvergaseranlagen, die Vergrößerung und Glättung der Ansaugkanäle und der Ventile, den Einbau einer 'verschärften' Nockenwelle zur Verbesserung der Überschneidung und größeren Ventilhub - hierdurch bedingt stärkere Ventilfedern, Einbau von Schmiedekolben oder die Optimierung der vorhandenen Kolben durch Ventiltaschen, Abschleifen oder Abfräsen des Zylinderkopfes bzw. Zylinderblocks zur Erhöhung der Verdichtung - Dadurch ist der Einbau eines verstellbaren Nockenwellenantriebes um den Höhenunterschied zwischen Nockenwelle und Kurbelwelle wieder auszugleichen notwendig. Desweiteren das Feinwuchten der Kurbelwelle für höhere Drehzahlen, das Polieren der Pleuel zur Vermeidung von Haarrissen - die Pleuel werden bei der Gelegenheit auch auf exakt das gleiche Gewicht gebracht, der Einbau einer Kolbenbodenkühlung durch Einspritzung von Öl unter den Kolben, der Einbau einer geschotteten Ölwanne - bestmöglich in Zusammenhang mit einer Trockensumpfschmierung, um das „Platschen“ der Kurbelwelle im Motoröl zu verhindern, das Erleichtern des Schwungrades zur Verringerung der Trägheit, Optimierung der Zündung durch Zündkerzen mit höherem Wärmewert, oft Außerkraftsetzen des Zündzeitverstellers - die Zündung wird fest auf „früh“ gestellt.

Dazu gehören eigentlich auch Optimierungen an der Auspuffanlage. Diese verfolgen jedoch eher nur Design-Aspekte.


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